München soll zur „Smart City“ werden – Die aktuelle Stadtentwicklung

Für die Landeshauptstadt München ist das Konzept der „Smart City“ ein wichtiges Thema. Mit dem Projekt stellt sich die Stadt den Herausforderungen der Zukunft. Zusammen mit den Partnerstädten Wien und Lyon hat München im Herbst 2015 den Zuschlag für das Förderprogramm „Smarter Together“ der EU erhalten. Im Rahmen des Konzepts sollen die Münchner Stadtteile Neuaubing-Westkreuz und Freiham eine zukunftsweisende Vorreiterrolle in Europa einnehmen.

Wir haben Ihnen die wichtigsten Aspekte rund um das Smart-City-Konzept in München zusammengestellt.

Smart City

Der Begriff „Smart City“ beschreibt in der Regel ein Stadtentwicklungskonzept, das sich an die Herausforderungen der Zukunft anpasst. Dabei verbindet sich die Stadtplanung ebenso mit der Technologie und Forschung wie mit Sozialem oder der Wirtschaft. Oftmals werden auch die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – ergänzt um die Komponente der Technologie als Grundlage für ein Smart-City-Konzept herangezogen. Ein wichtiger Bestandteil einer Smart City sind Konzepte, die auf dem gemeinschaftlichen Teilen (Sharing Economy) basieren sowie auf Bürgerbeteiligungen.

Das EU-Projekt „Smarter Together“

Das EU-Projekt „Smarter Together“ („Gemeinsam klüger“) stellt die Lebensqualität der Bürger und Bürgerinnen in den Fokus. Dabei sollen neue Technologien getestet und nachhaltige Lösungskonzepte für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung sowie für Klimaschutz und Mobilität zum Einsatz kommen, die schließlich ebenso in anderen Stadtteilen Anwendung finden können.

Im Rahmen des EU-Förderprogrammes sollen 6,85 Millionen Euro Fördermittel in innovative und nachhaltige Konzepte fließen. Hinzu kommen weitere Gelder und Eigenmittel aus den Bereichen der Wirtschaft und der Forschung, sodass insgesamt ca. 20 Millionen Euro für Maßnahmen in den Stadtteilen Neuaubing-Westkreuz und Freiham zur Verfügung stehen. Das Projekt „Smart Together“ läuft insgesamt fünf Jahre. Die Maßnahmen werden in einem Zeitraum zwischen 2016 und 2018 umgesetzt. Anschließend folgt die Monitoring- und Evaluierungsphase.

Zu den geplanten Maßnahmen in den beiden Stadtteilen zählen der Aufbau von Niedrigenergiequartieren mit erneuerbarer Fernwärme und Energieversorgung sowie die Sanierung des Wohnbestands mit 42.000 Quadratmetern Wohnfläche. Zudem soll der Energieverbrauch mithilfe von Smart-Home-Technologien reduziert werden. Diese sammeln Daten zur Luftfeuchtigkeit bzw. Temperatur und geben Hinweise, wie Energie am besten eingespart werden kann. Ebenso wird der Ausbau integrierter Infrastruktur mit Smart-Data-Management-Plattformen und Smart-Service-Angeboten gefördert. Innerhalb des Quartiers sollen zusätzlich Lösungen für nachhaltige Mobilität geschaffen werden.

Einige der geplanten Zukunftslösungen werden in den Stadtteilen Neuaubing-Westkreuz und Freiham aktuell bereits getestet.

Maßnahmen in Neuaubing-Westkreuz und Freiham

Das Gebiet Neuaubing-Westkreuz umfasst ca. 350 Hektar und beherbergt rund 30.000 Einwohner. Auf 350 Hektar entsteht in Freiham aktuell ein neuer Stadtteil, in dem rund 20.000 Menschen wohnen und 7.500 arbeiten werden.

Bereits Ende Juli 2018 wurden die ersten vier E-Mobilitätsstationen in Neuaubing-Westkreuz und Freiham eröffnet. Weitere vier Stationen sollen noch folgen. Dazu kommen noch Mobilitätskonzepte wie die MVG Räder, MVG eRäder und die E-Carsharing-Fahrzeuge von STATTAUTO München als flankierende Maßnahmen hinzu. Mit der neuen München SmartCity App sind die Angebote der E-Mobilitätsstationen abrufbar. Zudem gibt es jetzt eine innovative Quartiersbox, in der Pakete zentral gelagert und nach Bedarf abgeholt werden können. Für empfindliche Waren stehen Raumtemperatur-, Kühl- und Tiefkühlfächer bereit. Eine weitere Box soll es bis Ende 2018 geben. Ebenso bereits eingeweiht wurden intelligente Lichtmasten. Diese übernehmen Informationen aus der Umwelt, wie etwa zum Klima, Wetter oder Verkehr, und passen die Beleuchtungshelligkeit dementsprechend an.

Im Stadtteillabor Neuaubing-Westkreuz in der Limesstraße können sich Interessierte über die Einzelheiten des EU-Projektes „Smarter Together“ mit seinen Kernthemen Mobilität, Energie, Datennutzung und Ko-Gestaltung – eine Form der aktiven Bürgerbeteiligung – erkundigen. Gemeinsam mit Experten aus Industrie und Forschung kann man sich hier auch an der Entwicklung konkreter Lösungen für die Herausforderungen des urbanen Lebens beteiligen. Dazu werden zahlreiche Aktionen zum Mitmachen für Jung und Alt geboten. In Workshops werden Konzepte für den Alltag entwickelt, die den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohnern gerecht werden.


In den Stadtteilen des Projekts „Smarter Together“ realisiert die DEMOS aktuell das Projekt „GLEISHARFE süd“ in Neuaubing sowie die „NEUE VIELFALT FREIHAM“ im benachbarten Freiham.

Ihr DEMOS-Team


Quelle: Landeshauptstadt München, muenchen.de, Wikipedia